Schlechte Verarbeitung und Gifte vor allem bei Elektroartikeln und Kinderspielzeug / Zahl der Produktfälschungen alarmierend / Kooperation und Aufklärungsarbeit nötig
Köln, 11. Februar 2011. Anlässlich der Verleihung des „Plagiarius“ für die dreisteste Produktfälschung hat die „Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels“ (AVE) vor den Gefahren durch gefälschte Importprodukte gewarnt. „Produktfälschungen verursachen nicht nur einen enormen wirtschaftlichen Schaden“, betonte AVE-Hauptgeschäftsführer Jan Eggert. „In vielen Fällen besteht auch eine erhebliche Verletzungs- oder Gesundheitsgefahr für Verbraucher, weil bei Plagiaten Produktsicherheitsstandards nicht beachtet werden.“ Insbesondere bei Elektroartikeln und Kinderspielzeug bestünden teils erhebliche Risiken, etwa durch schlechte Verarbeitung und giftige Materialien und Farben.
Produktpiraterie ist ein weltweit boomendes Geschäft. Die OECD schätzt, dass weltweit jährlich mit gefälschten Produkten im Wert von rund 250 Mrd. US-Dollar gehandelt wird. Auch die Zahlen der deutschen Zollbehörden sind alarmierend: So hat die Zollverwaltung im Jahr 2009 gefälschte Waren im Wert von 463 Mio. Euro beschlagnahmt. Dies dürfte jedoch lediglich die Spitze des Eisbergs sein, die Dunkelzahl liegt vermutlich noch weit höher. Die mit Abstand meisten der vom Zoll entdeckten Fälschungen stammen aus China (29 Prozent), Thailand (20 Prozent) und Hongkong (16 Prozent).
„Die zunehmende Vernetzung des Welthandels macht es Produktpiraten immer leichter. Umso wichtiger ist es, dass Politik, Justiz, Wirtschaft und Verbraucher zusammenarbeiten, um diese schädliche Praxis einzudämmen“, unterstrich AVE-Hauptgeschäftsführer Eggert. „Aktionen wie die Verleihung des Plagiarius leisten einen wichtigen Beitrag, um dieses Thema in die Öffentlichkeit zu bringen.“
Auch die AVE engagiert sich gemeinsam mit befreundeten Verbänden seit Jahren im Kampf gegen Produktpiraterie. Nähere Informationen dazu im Internet unter:
http://www.ave-koeln.de/doc/doc/070404_Praevention_02.pdf.
Über die AVE:
Die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V. (AVE) vertritt seit über 50 Jahren die außenwirtschaftlichen Interessen des deutschen Einzelhandels, der im Rahmen seiner weltweiten Einkaufspolitik auf eine reibungslose Einfuhr von Konsumgütern aller Art angewiesen ist. Mit der stetig zunehmenden Internationalisierung des Einzelhandels wächst für die AVE jedoch auch die Bedeutung des Marktzugangs in Ländern außerhalb der Europäischen Union. Darüber hinaus engagiert sich die AVE für eine strikte Einhaltung von Sozialstandards in den Lieferländern.
Sebastian Glaser
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