Türkei, das Tor zum Orient, Brücke zwischen Ost und West, moderner Industriestaat und Märchen aus tausendundeiner Nacht, Millionenmetropole Istanbul und mittelalterliches Anatolien. Kaum ein Staat birgt in sich so viele Widersprüche, vereint Altes und Modernes in einem solchen Maß wie die 1923 von Mustafa Kemal Atatürk gegründete Republik. Als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches befinden sich in ihren Grenzen zahllose antike Sehenswürdigkeiten.
Mit dem Artemis-Tempel in Ephesos in der Nähe des heutigen Selçuk und dem Mausoleum von Halikarnassos im heutigen Bodrum liegen gleich zwei der berühmten sieben Weltwunder der Antike in der Türkei.
Weltberühmt sind natürlich auch die Ausgrabungsstätten von Troja. Heinrich Schliemann legte in Jahren zwischen 1870 und 1873 den antiken Burgberg frei, der durch Homers "Odyssee" unsterblichen Ruhm erlangte.
Im Nationalpark von Göreme liegen die berühmten Höhlenkirchen. Hier im Herzen Kappadokiens haben die Menschen mit teilweise einfachsten Werkzeugen imposante Kathedralen in den weichen Tuffstein gehauen.
Sehenswert aus historischer Sicht ist sicherlich auch die Bischofskirche von Myra, wo Bischof Nikolaus seine Almosen verteilte, um den Armen zu helfen. Wir erinnern bis heute an jedem 6. Dezember mit dem Nikolaustag an den mildtätigen Heiligen.
Ein Naturwunder ohnegleichen bilden die Kalksinterterassen von Pamukkale. In der Nähe des antiken Hieropolis schuf die Natur über die Jahrtausende hinweg ein Schauspiel von einmaliger Schönheit. "Pamuk" bedeutet "Weiß" und "Kale" heißt "Burg". Die weiße Kalkformation gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Politisches Zentrum des Landes und Regierungssitz ist die Hauptstadt Ankara. Sie beherbergt das europaweit führende Museum für anatolische Zivilisation mit einmaligen Exponaten zur jahrtausende alten Geschichte des türkischen Hochlandes.
Die wahre Zentrum der Türkei aber ist natürlich Istanbul. Alleine über die touristischen Attraktionen dieser Megapolis ließe sich ein Artikel mit tausenden Wörtern verfassen, ohne auch nur im Geringsten den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Schon die 1973 fertig gestellte Hängebrücke über den Bosporus stellte bei ihrer Einweihung eines der technischen Wunder ihrer Zeit dar. Sie hat darüber hinaus als Verbindung zwischen Okzident und Orient, zwischen Europa und Asien, zwischen Neuzeit und Mittelalter eine ungeheure symbolische Kraft.
Die berühmtesten kirchlichen Bauwerke sind sicherlich die Süleymaniye-Moschee und die Sultan-Ahmed-Moschee. Ihr kostbares Inneres zu besichtigen ist es allemal wert, sich kurzfristig seines Schuhwerkes zu entledigen. Die weltbekannte Hagia Sophia ist das letzte große Bauwerk der Spätantike und war Hauptkirche des byzantinischen Reiches und später geistliches Zentrum der Osmanen.
Der Topkapi-Palast war jahrhunderte lang Regierungssitz und Wohnstatt der Sultane des Osmanischen Reiches und somit politisches Zentrum. Heute beherbergt er eines der weltweit angesehensten Museen für türkische Geschichte. Berühmt geworden ist er durch den gleichnamigen Kriminalfilm mit Sir Peter Ustinov.
Last but not least seien natürlich die türkischen Badestrände erwähnt. Neben der Südküste des ägäischen Meeres ist es vor allem die sogenannte Türkische Riviera zwischen Antalya im Westen und Kap Anamur im Osten, die mit schneeweißen kilometerlangen Sandstränden und kristallklarem Wasser jährlich Millionen Badegäste in die Südtürkei lockt.
So ist die Türkei vermöge ihrer Lage zwischen den Welten und ihrer jahrtausende alten Kulturgeschichte ein Faszinosum, das man unmöglich in einem Urlaub ergründen kann. Sie ist also auf jeden Fall mindestens eine Reise wert.
TR
