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Geschlossene Immobilienfonds oder Immobiliendirektinvestment?

Deutsche Immobilien haben im Zuge der fortgesetzten Schuldenkrise in der Gunst der Anleger deutlich hinzugewonnen. Historisch niedrige Fremdfinanzierungskosten und die Angst vor Inflation oder einem Zusammenbruch des Euro-Währungsraums lassen diese Entwicklung plausibel erscheinen.

Gleichzeitig jedoch konnten offene und geschlossene Immobilienfonds nicht im erwarteten Ausmaß profitieren. Vielmehr ist seit einiger Zeit ein Trend zur Direktanlage in Immobilien erkennbar, der auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen ist.

Der Vertrauensverlust gegenüber Immobilienfonds resultiert hauptsächlich aus der temporären oder vollständigen Schließung verschiedener offener Immobilienfonds, die das Image einer vermeintlich kurzfristig und risikolos handelbaren Langfristanlage zerstörte. Geschlossene Immobilienfonds sind diesbezüglich zwar völlig anders strukturiert und unterliegen aufgrund ihrer von Beginn an langfristigen Ausrichtung nicht den systeminhärenten Risiken offener Fonds, dennoch übertrug sich der Ansehensverlust. Dieses Imageproblem wurde durch die finanzielle Schieflage einiger geschlossener Fonds in anderen Segmenten, die Machenschaften einiger schwarzer Schafe in der Branche sowie durch eine zunehmend undifferenzierte Medienberichterstattung verstärkt.

Ist der Direkterwerb von Immobilien durch Privatanleger im Zuge dieser Entwicklungen also empfehlenswert? Eine eindeutige Antwort darauf ist kaum möglich, denn die Präferenzen und Kriterien eines jeden Anlegers sind grundverschieden. So kann eine eigene Immobilie zu Wohnzwecken oder zur Altersvorsorge auch unter finanziellen Aspekten durchaus sinnvoll sein. Bei einer reinen Kapitalanlage hingegen sind viele Anleger in der jüngeren Vergangenheit krisen- und angstbedingt Fehlannahmen aufgesessen.

So sind Immobilien, unter der Annahme finanzieller Sinnhaftigkeit, keinesfalls kurzfristig fungibel. Denn wenn die gesetzliche Haltefrist von 10 Jahren unterschritten wird, muss der Anleger den eventuellen Gewinn mit seinem vollen persönlichen Steuersatz versteuern. Hinzu kommen Steuern und gewichtige Transaktionskosten, die die Rendite bei einem zeitigen Verkauf schnell aufzehren oder gar überkompensieren können. Auch bei den für den späteren Wert des Objekts sehr wichtigen Kaufkriterien lassen sich viele Anleger eher von emotionalen denn von rationalen Gedanken verleiten, die die Profitabilität der Anlage nachhaltig beeinträchtigen können. Nicht zuletzt wird auch der Verwaltungsaufwand einer Immobilie, z.B. mögliche Streitigkeiten mit Mietern, oftmals sträflich unterschätzt.

Diese Aspekte sind in einem geschlossenen Immobilienfonds für Anleger wesentlich professioneller geregelt, was oftmals mit einer höheren Profitabilität und einem wesentlich geringeren Zeit- und Verwaltungsaufwand einhergeht. Geschlossene Immobilienfonds investieren zudem häufig in mehrere unterschiedliche Objekte, so dass die Risikodiversifizierung wesentlich höher ausgeprägt ist als bei einer Direktanlage. Zudem können Anleger bereits mit einer vergleichsweise geringen Summe von üblicherweise mindestens 10.000 Euro an den Chancen einer geschlossenen Beteiligung partizipieren.

Autor Kontakt: 

Stefan Göbel
AAD Fondsdiscount GmbH
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