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Cabrera - Mallorcas südliche Schwester

Vor etwa 15.000 Jahren trennte sich südlich von Mallorca im Mittelmeer ein Archipel mit 18 kleinen Felseninseln von der größten Baleareninsel. Es entstanden die Illa de Cabrera, Estel de Fora, Estel des Coll, Estel de s'Esclata Sang, zwei Estels Xapats, Illa de l'Imperial, Illa des Conills, Illa de ses Bledes, Illa de ses Rates, Illa des Fonoll, L'Esponja, Na Foradada, Na Plana, Na Pobra, Na Redona, s'Illot de na Foradada und s'Illot Pla.

Die größte davon - und gleichzeitig die kleinste zeitweilig bewohnte Baleareninsel - ist die Illa de Cabrera. Ihren Namen verdankt sie den zahlreichen wilden Ziegen, die erst vor einigen Jahren ihres guten Appetits wegen evakuiert wurden. Während die Schafe die Pflanzen ordentlich abweiden, reißen die Ziegen alles mit der Wurzel heraus. Bis heute hat sich die Insel von den gefräßigen ehemaligen Bewohnern noch nicht erholt. So besteht die Landschaft auch heute noch vorwiegend aus kahlen Felsen.

In einer der zahlreichen Felsenbuchten liegt ein großer windgeschützter Naturhafen. Über diesem Hafen steht eine Burg aus dem 14. Jahrhundert, die die Illa de Cabrera vor den Piraten schützen sollte, die damals in dieser Gegend ihr Unwesen trieben. Von den Höhlen der Insel ist die Cova Blava - die blaue Grotte - die bekannteste.

Cabrera hat eine Fläche von knapp 16 km² und ist am höchsten Punkt nur 172 Meter hoch. Die Insel ist 13,5 km von Mallorca entfernt. Sie ist seit 1991 Nationalpark. Im Jahr 2008 wurde in Colonia de Sant Jordi am Placa Es Dolc ein Zentrum für die Besucher des Nationalparks eingerichtet. Die Insel hat nur sehr wenige Bewohner. Allerdings gibt es hier eine Garnison und militärisches Sperrgebiet, so dass die Besichtigung nicht uneingeschränkt möglich ist.

Die Insel hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Bekannt ist, dass sich die Phönizier, die Karthager und die Römer hier niederließen. Der große Hannibal soll sogar auf der Illa de Cabrera geboren sein. Zeitweise gehörten alle Baleareninseln zum Byzantinischen Reich. Im Jahr 1808 wurden während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges (1807 - 1814) rund 18.000 Franzosen gefangen genommen. Die Spanier setzten etwa 12.000 der Gefangenen auf der Insel aus und überließen sie mehr oder weniger ihrem Schicksal. So ging mindestens ein Drittel von ihnen elend an Hunger, Durst und Seuchen zugrunde. Ein Denkmal mitten auf der Insel soll diese Tragödie vor dem Vergessen bewahren.

Die Cabrera sollte im 19. Jahrhundert wieder besiedelt werden. Einige Familien ließen sich auch nieder. Doch wurden die Grundstücke während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1916 ihrer strategisch günstigen Lage wegen wieder enteignet, um eine Garnison zu errichten.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann besuchen Sie mallorca-kurztrip.de, die große Infoseite rund um Mallorca und die Baleareninseln.

Autor Kontakt: 

Frank Kreuzer
Breitwiesen 10
72147 Nehren
Tel. 0172 8345618

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